Fahrt nach Bamberg

der Ansbacher Frauenbund zu Besuch in der Welterbestadt Bamberg
der Ansbacher Frauenbund zu Besuch in der Welterbestadt Bamberg

(30.09.2019) – Kommen Sie bitte mit, erleben Sie zwei ganz besondere Orte in der Welterbestadt Bamberg (seit 1993 UNESCO Welterbe): An einem warmen Sommertag 2019, der Himmel strahlend blau, nur ein leichtes Lüftchen wehend, fahren 44 Frauen des Ansbacher Frauenbundes nach Bamberg.

Wir genießen die mittel-und oberfränkische  abwechslungsreiche Gegend zwischen Ansbach und Bamberg, vorbei an Zirndorf, Fürth, Erlangen und Forchheim. Fränk. Rezat, Pegnitz, Regnitz und der Rhein-Main-Donaukanal begleiten uns.

Mit Psalm 104, dem Choral: Lobet den Herren, den mächtigen König …und einer kurzen Betrachtung von Pfarrerin Simojoki (Sonntagsblatt) stimmen wir ein in den Lobpreis der Schöpfung Gottes. Alles hat Gott geschaffen, Menschen, Pflanzen, Tiere in einer Vielfalt, die unbeschreiblich ist.

Dann tauchen wir ein in die Geschichte Frankens bzw. Bambergs, der Kaiserstadt – Kaiser Heinrich der II. und Kaiserin Kunigunde – und erreichen den Kunigundendamm und  die Erlöserkirche.

Frau Pfarrerin Simojoki nimmt uns in Empfang und führt uns durch diese besondere Kirche.

Kaum gebaut als zehneckige Kirche außen aus Bruchsteinen, innen aus roten Bachsteinen mit einer wunderbaren Holzdecke, entworfen bis ins kleinste Detail vom Architekten Bestelmeyer  1932 – 1934 – ,wurde sie 1945 bei der Bombardierung des Bamberger Hafens schwer getroffen. Unter der Kirche in einem Schutzraum überlebten 500 Menschen. Heute befinden sich dort die Gemeinderäume. Nicht zerstört wurde – welch ein Wunder – der kleine Altarraum mit dem Altartisch, der getragen  wird von zwei Säulen aus Bruchsteinen in die die Symbole Brot und Wein gemeißelt sind, und das Altarkreuz aus dem 16. Jahrhundert.  An den Altarstufen z.B. sind noch Einschlagstellen zu sehen, die ganz bewusst nicht ausgebessert wurden, sondern daran erinnern sollen, was 1945 am 22. Februar passiert ist. Die Gemeinde erinnert in jedem Jahr  in einer Gedenkstunde daran.

Die Kirche ist ganz schlicht gehalten. Über dem  seitlichen Eingang eine eherne Schlange – das Volk Israel befreit aus der Gefangenschaft –  daneben in der Taufnische ein Taufbecken und darüber ein buntes Glasfenster. Durch die Taufe sind wir hineingenommen in das Heilsgeschehen Gottes und im Altarraum werden wir durch das Abendmahl immer neu daran erinnert, dass Gott uns durch Christus erlöst hat. Diese Botschaft wird von der steinernen Kanzel, gleich neben dem Altar verkündet, auch den im Ankerzentrum aufgenommenen Christen aus Syrien. Sonntäglich besuchen 150 Syrer den Gottesdienst. Auch zu anderen Veranstaltungen der Gemeinde kommen sie gerne. Welch eine aufgeschlossene Gemeinde!

Auffallend an einer Säule neben dem Altar ist ein bunter, samtweicher Webteppich, ein Geschenk von der Bonhoefferausstellung. Frau Pfarrerin Simojoki hält dazu eine eindrucksvolle Kurzbesinnung. Sie vergleicht die Farben mit unserem Leben – helle, frohe Zeiten, hoffnungsvolle, liebevolle, aber auch dunkle Zeiten prägen unser Leben: gelb, grün, blau, rot, schwarz – alle zusammen ergeben einen leuchtenden Wandbehang. Wunderschön! Wir sind begeistert von der Führung und danken Frau Pfarrerin Simojoki.

Und die Uhr des Campanile ruft zur Weiterfahrt hinaus zum Schloss Seehof. Nach dem Mittagessen schreiten wir hinauf zum Schloss und hinunter zu den Wasserspielen.

Danach erfahren wir von der wechselvollen Geschichte des  ehemaligen Sommersitzes der Fürstbischöfe. Kaum zu glauben, dass das Schloss nach der Säkularisierung und Privatisierung in einem schrecklichen Zustand vom Bayerischen Staat wieder aufwendig restauriert wurde. Die Tapeten wurden nach alten Vorbildern rekonstruiert, die Möbel, soweit möglich, wieder erworben, das Deckengemälde des Weißen Saales restauriert usw.

Beeindruckt von diesem Juwel schritten wir wieder hinunter zum Restaurant und ließen den erlebnisreichen Tag bei Eiskaffee usw. ausklingen.

Fazit der Mitglieder: Eine wunderbare Reise, an die wir uns gerne erinnern!